Ein ganz gewöhnlicher Dienstag auf der Sunshine Boulevard
Der Dienstag beginnt damit, dass der Wecker zu früh klingelt und ich mir einbilde, im Summen der Straßenbahn unter dem Fenster etwas Tröstliches zu hören. Es ist derselbe Ton wie vor Jahren, als ich hier zum ersten Mal eingezogen bin – unsicher, wer ich bin, aber sicher, dass irgendetwas Neues beginnen musste.
Zwischen Kaffeeduft und der ersten unbeantworteten E-Mail beobachte ich, wie das Licht den Flur entlangwandert. Es ist ein unspektakulärer Moment, und gerade deshalb bleibt er hängen. Mein Alltag ist voller solcher kleiner Szenen, die niemand bemerken würde, wenn ich sie nicht still für mich abspeichere.
Manchmal frage ich mich, wer die Person war, die hier früher durch dieselben Räume gegangen ist – und wer die sein wird, die eines Tages diese Wohnung verlässt. Heute beschließe ich nur eines: aufmerksam zu bleiben. Wenn ich genau hinsehe, ist selbst ein Dienstag eine leise Antwort auf die Frage, wer ich einmal gewesen bin und wer ich vielleicht noch werden kann.
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